"Durch die Zeiten"

Nach einer dreijährigenPlanungs- und Bauzeit wurde am 1. November 2012 unter dem Kirchenschiff der evangelischen Erlöserkirche in der Altstadt von Jerusalem der archäologische Park „Durch die Zeiten“ eröffnet. Dort wird den Besuchern die Möglichkeit geboten, einen Gang durch die interessante und abwechslungsreiche Geschichte dieses Ortes zu unternehmen: von einem herodianischen Steinbruch, Gärten aus der Zeit Jesu, über Zeugnisse der Zerstörung der Stadt durch Titus im Jahr 70 n.Chr., Gebäuden aus der Zeit Hadrians, Mauern des konstantinischen Marktplatzes bis hin zum Mosaikfußboden aus der Kreuzfahrerkirche St. Maria Latina. Mit Hilfe von 3D-Animationen und Lichteffekten wird mehr als 2000 Jahre Stadtgeschichte erlebbar und verständlich präsentiert.

Zur Homepage von "Durch die Zeiten"

Mit Unterstützung durch das „Kulturerhalt“-Programm des Auswärtigen Amtes, des Landes Brandenburg und des Fördervereins des DEI u.v.a. wurde in den Jahren 2009-2012 der archäologische Park entwickelt.

Schematische Darstellung von "Durch die Zeiten"

 

Die Erlöserkirche in Jerusalem gehört zum herausragenden deutschen Kulturerbe im Ausland. Sie wurde auf Veranlassung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. zwischen 1893 und 1898 errichtet und 1898 eingeweiht. Das beeindruckende Bauwerk ist auf den Fundamenten der Kreuzfahrerkirche Santa Maria Latina nahe der Grabeskirche erbaut. Die Erlöserkirche, Predigtstätte der „Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Deutscher Sprache zu Jerusalem“ und der arabischsprachigen Jerusalemer Gemeinde der „Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land“ (ELCJHL), ist heute allein durch das russische Hospiz von der kreuzfahrerzeitlichen Anlage der Grabeskirche getrennt.

Die Ausgrabungen

Beim Ausschachten der Baugrube 1893 entdeckten Arbeiter eine Mauer, die man damals als Stadtmauer aus der Zeit Jesu ansah. Augenscheinlich war die vom berühmten jüdischen Schriftsteller Josephus Flavius „Zweite Mauer“ gefunden worden. Dadurch schien auch der Streit um den korrekten Standort des Golgota-Fels und der Grabeskirche beigelegt, denn nun war man sich sicher die Grabeskirche am richtigen Ort errichtet zu haben. Ein Meilenstein in der Stadt- und Kirchengeschichte Jerusalems.

Das DEI hatte in den 70er Jahren eine weitere Gelegenheit grundlegende archäologische Erkenntnisse zum christlichen Viertel der Altstadt zu gewinnen. Die Grabung von Ute Wagner-Lux (damalige Direktorin des DEI) von 1970-1974 zeigte ein grundlegend anderes Bild der Stadtentwicklung als bis dahin angenommen, konnte aber die Lage von Golgota bestätigen.

Archäologischer Park "Durch die Zeiten"

Das Museum

Im mittelalterlichen Kreuzgang der Propstei wird ein Museum weitere Informationen und Ausstellungsstücke aus der Stadtgeschichte Jerusalems bereithalten. Interessierte Besucher können hier auch Medien erwerben die sich tiefergehend mit der Erlöserkirche, dem christlichen Viertel und der Gesichte Jerusalems beschäftigen. Ein Beispiel dafür stellt das Buch von Dieter Vieweger und Gabriele Förder-Hoff mit dem Titel „Durch die Zeiten“ dar.

Klappentext:

Liegt der berühmte Fels Golgota tatsächlich unter der Grabeskirche?

Diese Frage und der lang anhaltende wissenschaftliche Streit darüber haben nicht nur die Grabungen unter der Erlöserkirche (1893 Conrad Schick; 1970-1974 Ute Wagner-Lux/Karel Vriezen) angestoßen, sondern auch im Umfeld und unter der Grabeskirche zu mehreren Ausgrabungen geführt.

Was ist dabei herausgekommen?

Dieses Buch rekonstruiert die Stadtgeschichte Jerusalems im Bereich der Erlöser- und der Grabeskirche und stellt die wichtigsten archäologischen und schriftlichen Zeugnisse vor. Die gewaltigen Erdschichten von mehr als 2.000 Jahren unter den beiden Kirchen werden „aufgeschlagen“, um die wechselvolle und interessante Geschichte dieser Gegend zu erzählen.

Das Buch ist auch Begleitband für die Besucher des archäologische Parks unter der Erlöserkirche und des Museums im Kreuzgang der Propstei. Es lädt ein, den archäologischen Park zu besuchen und die Zeiten Herodes d. Gr., die Stadt Jesu, die Epochen der Kaiser Hadrian und Konstantin sowie des kreuzfahrerzeitlichen Mittelalters hautnah zu erleben. 

ISBN 978-3-88981-351-0

Kontakt

Selbstverständlich können Sie nach telefonischer Voranmeldung über das Büro des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI) in Jerusalem Gruppen- oder Einzelführungen mit uns absprechen.

Telefonische Anmeldung: 00972 - 2 - 628 47 92

Anmeldung per E-Mail: dei_ger@netvision.net.il

(Betreff: Archäologischer Park)

Preise:

Gruppen über 6 Personen      100 Euro

Bis 6 Personen            50 Euro

Bitte beachten Sie, dass eine Führung - wenn nicht anders vereinbart - in etwa eine Stunde Zeit benötigt.

Von der Grabung zum Museum

Bereits bei den Ausschachtungen zur Gründung der Kirche meinte man, die vom berühmten jüdischen Schriftsteller Josephus Flavius erwähnte „Zweite Mauer“ – die Stadtmauer aus der Zeit Jesu – gefunden zu haben. Das war ein Markstein für die stadtgeschichtliche Forschung an sich, aber auch für die Lokalisierung des Ortes der Kreuzigung Jesu und der Grabeskirche: Seit fast zwei Jahrtausenden kommen christliche Pilger nach Jerusalem. Sie wollen wissen, inwieweit die Erinnerungslandschaft Jerusalem mit den historischen Fakten verbunden ist. Auf die sogenannte „Zweite Mauer“ wurde 1893 in einem symbolischen Akt der Grundstein der Erlöserkirche gesetzt.

Das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes führte bereits zwischen 1970 und 1974 eine Grabung unter der Erlöserkirche durch. Dies war die einmalige Chance, in dem für die historische Stadtentwicklung Jerusalems bedeutenden christlichen Viertel grundlegende archäologische Erkenntnisse zu gewinnen. Die Ergebnisse dieser Ausgrabung haben in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit der nahe gelegenen Ausgrabung der britischen Archäologin Kathleen Kenyon international große Aufmerksamkeit gefunden.

Die „Museale und touristische Erschließung der Altgrabung unter der Erlöserkirche in Jerusalem“ soll die einmalige Möglichkeit eröffnen, im christlichen Viertel der Altstadt Jerusalems die historisch gewachsene Stadt in ihren unterschiedlichen Zeitschichten real zu begehen und dabei deren historische wie religionsgeschichtliche Bedeutung zu erschließen.

Prof. Vieweger & Ministerpräsident Platzeck

Der archäologische Park ist ein Kooperationsprojekt mit dem Fachbereich Architektur und Städtebau/Fachrichtung Architektur, Restaurierung, Denkmalpflege der FH Postdam und läuft seit März 2009.
Die Studierenden erstellten eine Machbarkeitsstudie zur den Möglichkeiten der Begehbarmachung.

Das nachhaltige Interesse des Landes Brandenburg wurde sowohl durch die finanzielle Unterstützung des Pilotprojektes als auch mit dem Besuch von Ministerpräsident Platzeck am 19.03.2009 in Jerusalem zum Ausdruck gebracht. Laut Platzeck "... leisten die jungen Leute durch ihre Arbeit hier einen ganz persönlichen Beitrag zum interkulturellen und interreligiösen Dialog."