10.9.17: DEI-Workshop: „Ancient Terrace Practices in Jordan“

Terrassen-Workshop 10./11.09.2017

In Zusammenarbeit mit dem „Center for the Study of Natural and Cultural Heritage” der German Jordanian University (GJU) und dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) veranstaltete das DEI Amman am 10. und 11. September den Workshop „Ancient Terrace Practices in Jordan“. Ziel dieses Workshops war es, die Praxis antiken Terrassenbaus auf interdisziplinär zu beleuchten, um neue Perspektiven und Forschungsmethoden zu ermöglichen. So fanden sich jordanische, deutsche, schweizerische und italienische Forscher aus den Fachrichtungen Archäologie, Geologie, Hydrologie, und Agrarwissenschaft am 10. September auf dem Campus der GJU in Madaba zusammen, um ihre Projekte vorzustellen und zu diskutieren.

Nach den einführenden Reden der Vize-Präsidentin der GJU, Dr. Manar Fayyad, der Direktorin des DEI Amman, Dr. des. Katharina Schmidt, dem Antikendirekors und Schirmherr der Veranstaltung, Dr. Munther Jamhawi, wurde die erste Sitzung durch den Vortrag von Prof. Nizar Abu Jaber eingeleitet (Den aktualisierten Ablauf des Workshops können sie hier einsehen). 

In den folgenden Vorträgen wurde der Terrassenfeldbau vom 4. Jt. v. Chr. bis in die heutige Zeit in Jordanien, Israel/Palästina und Oman beleuchtet (Alle Abstracts der Vortragenden können Sie hier einsehen). Dabei spielten vor allem das Wassermanagement angesprochen, aber auch Erosionserscheinungen und Übernutzung. Die Erforschung des antiken Wassermanagements und Terrassenfeldbaus soll dabei den Blick für die Möglichkeiten, auch heute in ariden Gebieten Landwirtschaft zu betreiben, schärfen.

Die Teilnehmer des Workshops stellten durch ihre vielseitigen Erfahrungen übereinstimmend fest, dass es unabdingbar ist, die Bevölkerung in den Zielgebieten der Entwicklungsarbeit einzubeziehen. Das Revitalisieren alter Traditionen und die Wartung der notwendigen Strukturen setzt ihre Mitarbeit und ihr Interesse den Vorhaben voraus. Neben jenen sozio-ökologischen Effekten könnte die Nutzung alter Techniken auch dem Tourismus nutzen, wenn z. B. der Terrassenfeldbau der Nabatäer anschaulich in der Praxis demonstriert werden könnte.

Auf die erfolgreiche Konferenz folgte am Abend ein entspanntes Abendessen im Garten des DEI Amman. Dort konnte man bei kühlen Getränken und einem schmackhaften Büffet den Tag ausklingen lassen.

Am 11. September brachen die Workshop-Teilnehmer in aller Frühe auf, um den Terrassenbau bei Jawa, im Nordosten Jordaniens nahe der syrischen Grenze zu besichtigen. Nach der Anreise mit Bus und Jeep wurden zunächst Terrassen besichtigt, die PD Dr. Bernd Müller-Neuhof, der in der Region forscht, als frühbronzezeitliche Gärten interpretiert. Im Anschluss wurde die  früh- und mittelbronzezeitlichen Befestigung von Jawa besichtigt. Besonders interessant und diskussionswürdig waren die in direkter Nachbarschaft zur Siedlung gelegenen Staudämme und –becken.

Aufgrund der zahlreichen positiven Rückmeldungen sind weitere Maßnahmen in Bezug auf das Thema geplant. Das DEI wird dabei weiterhin als Mittler zwischen den verschiedenen jordanischen und internationalen Institution tätig sein und eine Plattform für den Austausch aller Beteiligten zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Programm und den Abstracts.

8.5.17: Projektvorstellung „Kulturgüterschutz in Jordanien“

Auf Einladung des DEI und des jordanischen Antikendienstes fand am 8.5.2017 im DEI Amman unter Beteiligung Ihrer Königlichen Hoheiten Prinzessin Dana Firas und Sharife Nofa Nassar sowie des jordanischen Kulturministers, Dr. Nabeeh Shoqum, die feierliche Einführung des Projektes „Kulturgüterschutz in Jordanien“ statt. Dieses Kooperationsprojekt wird vom DEI und dem jordanischen Antikendienst durchgeführt und von der Gerda Henkel Stiftung im Rahmen der Initiative „Patrimonies“ finanziert.

Nach der Begrüßung der etwa 60 Gäste durch die Direktorin des DEI Amman, Dr. des. Katharina Schmidt, erläuterte der Generaldirektor des DEI, Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Dieter Vieweger, die Entstehung und die übergeordneten Zielstellungen des Projektes. Es folgte die Ansprache des Generaldirektors des jordanischen Antikendienstes, Dr. Munthir Jamhawi, der die Bedeutung des Projektes für das kulturelle Erbe Jordaniens hervorhob. Im Anschluss gab die Projekt-Managerin, Dr. Jutta Häser, eine Übersicht über die Projektziele im Einzelnen. Diese umfassen den Aufbau einer Museumsdatenbank, die Registrierung der Funde im Museum im Jordan Archaeological Museum auf der Zitadelle in Amman sowie die Erstellung eines Notfallplanes zur Sicherung bzw. Evakuierung der dortigen Museumsobjekte. Da das Projekt die Pilotstudie für alle Museen in Jordanien bildet, wurde das Training der Mitarbeiter des jordanischen Antikendienstes, die nach Projektende die Arbeiten in den anderen Museen fortsetzen sollen, besonders hervorgehoben. Am Ende des Vortrages stellte sich das gesamte Projekt-Team unter Applaus vor.

Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Dana Firas bedankte sich persönlich für das langjährige deutsche Engagement in Jordanien und wünschte dem Projekt viel Erfolg.

Die jordanischen und internationalen Gäste aus dem Kultur- und Wissenschafts­bereich trafen sich nach der Präsentation im Garten des DEI und tauschten sich über Maßnahmen zu Erhaltung des kulturellen Erbes in Jordanien aus. Von allen Gästen wurde die hohe Wertschätzung der großzügigen Unterstützung des Projektes durch die Gerda Henkel Stiftung betont.

25.4.17: DR. MOHAMMAD NAJJAR: "NEW PERSPECTIVES ON THE IRON AGE EDOM"

Dr. Mohammad Najjar


The talk presented here represents a summary of more than ten years of Iron Age field research in the biblical region of Edom in Southern Jordan. Edom Lowlands Regional Archaeology Project (ELRAP) focuses on studying the role of technology on the evolution of societies in Jordan's copper ore-rich Faynan region. The lens for this study is ancient mining and metallurgy. The interdisciplinary approach of ELRAP has led to new discoveries concerning the rise of social complexity in the southern Levant based on rigorous control of time ( through the application of high-precision radiocarbon dating) and space ( the cultural change through precise recording of geospatial data). This was achieved by using the Iron Age excavations in Faynan as a test bed for developing cyber-archaeology, which represents the integration of archaeology, physical science, computer science, and engineering. For the Iron Age, the excavations at the large copper production site of Khirbet en-Nahas provide the archaeological anchor for understanding the new social and technological developments that took root in the lowlands Edom.

5.4.17: Dr. des. Katharina Schmidt (DEI Amman) " Glass and Glassmaking in the Iron Age Period"

Dr. des. Katharina Schmidt

 

This lecture discusses glass objects of the little known Iron Age period in Mesopotamia and its bordering regions and contributes to the history of glass by bridging the gap between the Late Bronze Age and the Hellenistic periods, both of which periods have been relatively well studied. The paper discusses the relevant objects, not only with regard to typology and chronology, but also with regard to their manufacturing technique and by including archaeometrical and philological data. Workshop equipment, the amount of required fuel, and the organisation of these workshops will also be tackled. In this regard, the study of contemporary cuneiform sources are shown to yield valuable insights, as tools and furnace types are mentioned in these texts.

Review in The Jordan Times

22.3.17: Prof. Dr. Zeidan Kafafi (Yarmouk University) "Preliminary Results of the Tell Damiya Excavations"

Prof.Dr. Zeidan Kafafi
Prof.Dr. Zeidan Kafafi

 

The archaeological site of Tell Damiyah is situated in the Zor, south of the confluence of the Zerqa and the Jordan River. It consists of two parts, the upper tell and the lower terrace. Especially the upper tell has a strategic position and commands today the Prince Muhammad (General Allenby) Bridge over the Jordan River. In addition, the site dominates the N-S road through the Jordan Valley and the E-W road connecting ancient Ammon with Wadi Far´ah. Furthermore, the area in which the site is situated is very fertile. The excavations revealed archaeological data ranging from the Iron Age II period (8th - 7th century BCE) to the Ottoman period. In addition to an Iron Age II temple building, storage pits, ovens, a cache of animal and human figurines, inscribed objects, pottery and jewelery were discovered.

Review in The Jordan Times

B. Porter (ACOR), K. Bartl (DAI) and K. Schmidt (DEI Amman) also attended the lecture.